Aktuell Medienmitteilungen
- Zurückgehende Erträge bei der Aids-Hilfe Schweiz
- Nationale Tagung "Sexuelle Rechte", Fribourg 2011
Sexuelle Rechte sind Menschenrechte - Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag
Diskriminierungen von HIV-positiven Menschen sind auch heute noch Alltag - Gegen Diskriminierung im Arbeitsleben
- Eidgenössische Wahlen 2011: Umfrage der Aids-Hilfe Schweiz
- Stop Syphilis – Gratis-Tests für schwule Männer
- Du-bist-du.ch: Von Jungs für Jungs
- Arbeitsplatzreglement zu HIV/Aids eingeführt
- Aktuelle Diskriminierungsmeldung der Aids-Hilfe Schweiz
- Aids-Hilfe Schweiz: Neuausrichtung des Verbandes und Veränderungen in der strategischen Führung
- Schlechte Noten im Diskriminierungsschutz für die Schweiz
- „Hey Jungs!“: Was Jungs schon immer wissen wollten
- LOVE LIFE-Kampagne: Wenn's juckt oder brennt, dann bitte zum Arzt
Zurückgehende Erträge bei der Aids-Hilfe Schweiz
Neuer Vorstand unter der Präsidentin Doris Fiala sagt knappen HIV-Mitteln den Kampf an
Zürich, 25. Januar 2012. Die Mittel, die der Aids-Hilfe Schweiz für ihre Arbeit zur Verfügung stehen, werden immer knapper. Dank Kostenreduktion wird für das Jahr 2011 zwar eine schwarze Null erwartet. Doch der Trend der rückläufigen Erträge der letzten Jahre geht weiter. Mit weniger Geld muss die Aids-Hilfe Schweiz immer mehr HIV-positive Menschen betreuen. Der neu gewählte Vorstand der Aids-Hilfe Schweiz unter der Leitung der Präsidentin und Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala will dieser Entwicklung entschieden entgegen treten.
Die finanzielle Situation der Aids-Hilfe Schweiz ist prekär: Im Jahr 2010 erlitt die Geschäftsstelle der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) erstmals einen Verlust in der Höhe von CHF 330‘000. Im Jahr 2011 wurden daher die bereits 2010 eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen durch Personalabbau und Reduktion von Sachkosten intensiviert: So wurden innerhalb 2 Jahren die Personalressourcen um über 30% reduziert. Aufgrund dieser massiven Kostensenkungsmassnahmen wird die AHS gemäss vorläufiger Bilanz 2011 mit einem „blauen Auge“ davon kommen und eine schwarze Null schreiben. Dies, obwohl sich der jahrelange Trend der sinkenden Erträge auch im Jahr 2011 fortsetzte, und die Gelder aus den beiden Haupteinnahmequellen Bundesamt für Gesundheit (BAG) (minus ca. CHF 750‘000) und Spenden (minus ca. CHF 150'000) um insgesamt ca. CHF 900‘000 zurückgingen. Doch der Trend der sinkenden Erträge setzt sich fort: Auch im 2012 erwartet die Aids-Hilfe Schweiz einen erneuten Rückgang der Einnahmen von Seiten des Bundes um einige 100‘000 CHF.
Die neue Führung der Aids-Hilfe Schweiz reagiert
Die sinkenden Erträge führt Präsidenten Doris Fiala hauptsächlich darauf zurück, dass das Thema HIV/Aids in den letzten Jahren in den Medien, der Öffentlichkeit und der Politik stark an Aufmerksamkeit verloren hat. Das darf nicht sein, denn: während in der Periode zwischen 1992 und 2000 die Zahl der jährlichen Neuansteckungen bis auf ca. 600 pro Jahr zurückging, stieg sie seither wieder auf ca. 800 pro Jahr. Von der neuen Zunahme waren vor allem Schweizer Männer, die Sex mit Männern haben, betroffen, sowie heterosexuelle Personen aus Ländern mit hoher HIV-Prävalenz (Subsahara-Länder). Erst ab 2009 sank die Zahl der jährlichen Neuansteckungen wieder auf ca. 600 pro Jahr. Das heisst, trotz zahlreicher Präventionsbemühungen stehen wir heute erst dort, wo wir vor 10 Jahren standen.
Und da dank der verfügbaren Therapien die Todesfälle stark zurückgehen, leben aufgrund der jährlichen Neuansteckungen immer mehr HIV-positive Menschen in der Schweiz, zurzeit geschätzt 25‘000 – mit steigender Tendenz. Und dies kostet: Die Lebenszeitkosten der HIV-Therapie werden auf 1 Million Franken geschätzt. Bei heute 8‘000 therapierten
Menschen belaufen sich die jährlichen Kosten auf 200 Millionen Franken. Neben einer medizinischen Betreuung sind diese Menschen dringend auf die Beratung und Unterstützung durch die Aids-Hilfe Schweiz und deren Mitglieder angewiesen.
„Die Bedeutung rund um die Herausforderungen im Zusammenhang mit HIV und Aids müssen im Bewusstsein der Bevölkerung wieder geschärft werden“, so Doris Fiala „dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“ Mit diesen Massnahmen will die neue Führung dem Trend der sinkenden Erträge Einhalt gebieten:
- Neue Finanzierungsquellen, insbesondere aus der Privatwirtschaft und bei Stiftungen, sollen erschlossen werden.
- Die bestehende Verbandsstruktur wird auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und den neuen Anforderungen der HIV und Aidsarbeit angepasst. Ein entsprechender Verbandsreorganisationsprozess läuft seit Anfang 2011 und soll dieses Jahr abgeschlossen werden.
- Für Schlüsselprojekte der Aids-Hilfe Schweiz werden Partner als Geldgeber unter Stiftungen oder Unternehmen gesucht. So zum Beispiel für das Migrant/innen-Netzwerk Afrimedia oder das Projekt „Aidsprävention im Sexgewerbe“ (Apis).
- Das Fundraising bei Privatpersonen wird intensiviert und neue Wege werden gesucht.
Wichtig ist für die Aids-Hilfe Schweiz auch der Einsatz für die steigende Zahl der HIV-positiven Menschen und deren Angehörigen. Die Aids-Hilfe Schweiz setzt sich mit ihren Projekten und Dienstleistungen insbesondere dafür ein, dass Menschen mit HIV ihren Arbeitsplatz behalten können oder wieder ins Erwerbsleben integriert werden. Rechtliche Beratung, eine enge Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Lobbying auf der politischen Ebene und ein engagierter Einsatz gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen stehen dabei im Vordergrund.
Kontakte:
Bettina Maeschli
Leiterin Kommunikation
bettina.maeschli@aids.ch
mobile: 079 357 60 20
Doris Fiala
Präsidentin
mobile: 079 611 84 17
Pressemappe
Nationale Tagung "Sexuelle Rechte", Fribourg 2011
Sexuelle Rechte sind Menschenrechte

Sexuelle Rechte sind Menschenrechte
Sexuelle Rechte sind Menschenrechte in Bezug auf Aspekte der Sexualität. Dazu gehören unter anderem die Rechte auf körperliche Selbstbestimmung und auf Schutz und Unversehrtheit der Person. SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz (ehemals PLANeS) und die Aids-Hilfe Schweiz führen am internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember in Freiburg die erste nationale Tagung zu den sexuellen Rechten durch, an der eine entsprechende Resolution verabschiedet wird.
Sexuelle Rechte zu kennen und fähig zu sein, sie durchzusetzen, sind grundlegende Elemente einer funktionierenden Gesundheitsförderung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Rechte leisten einen bedeutenden Beitrag zur Prävention, denn nur wer bei sexuellen Kontakten Zugang zu den passenden Massnahmen hat, kann sich wirksam vor unerwünschten Schwangerschaften oder sexuell übertragbaren Infektionen schützen.
Zu den sexuellen Rechten gehört etwa das Recht Jugendlicher auf umfassende und qualitativ gute Bildung und Information. Das heisst, dass bestimmte Themen der Sexualität nicht willkürlich ausgeklammert werden und dass man auf Fragen, welche die Sexualität betreffen, neutrale und objektive Antworten bekommt.
Auch das Recht von Frauen, bis zur 12. Schwangerschaftswoche selbstbestimmt über einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, ist ein sexuelles Recht.
Und sexuelle Rechte zu haben bedeutet, dass die sexuelle Orientierung keine Rolle spielt bei der Wahrnehmung wirtschaftlicher und sozialer Interessen. Darum haben homosexuelle Menschen ein Recht auf ein Leben ohne Stigmatisierung und Diskriminierung. Ebenso haben Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter das Recht auf sichere Arbeitsbedingungen und auf ein Leben in Freiheit und Gesundheit, frei von Zwang und Gewalt.
Die Erklärung zu den sexuellen Rechten wurde von der International Planned Parenthood Federation entwickelt und ist heute die international anerkannte Grundlage für die sexuelle und reproduktive Gesundheitsförderung. Sie wird am 10. Dezember von Vicky Claeys, der Direktorin von IPPF European Network in Freiburg präsentiert.
Kontakt:
SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz
Susanne Rohner
Natel: 078 881 63 96
susanne.rohner[a]sexuelle-gesundheit.ch
www.sexuelle-gesundheit.ch
Aids-Hilfe Schweiz
Bettina Maeschli
Natel: 079 357 60 20
bettina.maeschli[a]aids.ch
Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag
Diskriminierungen von HIV-positiven Menschen sind auch heute noch Alltag
Zürich, 29. November 2011. Menschen mit HIV in der Schweiz haben heute dank der erhältlichen Medikamente eine gute Lebenserwartung. Doch Diskriminierungen und Ausgrenzungen sind immer noch Alltag. Dies zeigen auch die neuesten Diskriminierungsmeldungen der Aids-Hilfe Schweiz.
25‘000 Menschen leben heute mit HIV oder Aids in der Schweiz. Jedes Jahr kommen 600 -700 Neuansteckungen hinzu. Die Diagnose HIV ist heute kein Todesurteil mehr. Dank der verfügbaren Medikamente ist HIV heute zur chronischen Krankheit geworden.
Doch trotz der grossen medizinischen Fortschritte bleibt noch viel zu tun. Menschen mit HIV erleben auch heute noch täglich Diskriminierungen und Ausgrenzungen. Oft sind irrationale Ängste vor der Übertragung des HI-Virus und Vorurteile gegenüber Betroffenen die Ursache von Diskriminierungen. Das zeigen auch die neuesten Diskriminierungsmeldungen, die die Aids-Hilfe Schweiz letzte Woche an die eidgenössische Kommission für Aidsfragen weitergeleitet hat.
Aktuelle Diskriminierungsmeldungen: Mehr Fälle im Bereich Erwerbsleben
Im letzten halben Jahr gingen bei der Aids-Hilfe Schweiz 44 Meldungen ein. Damit sind in den letzten 12 Monaten total 84 Fälle von Diskriminierungen gemeldet worden – nur die Spitze des Eisbergs. Der Trend der letzten Jahre wird durch die neuen Meldungen bestätigt: Diskriminierungsfälle, die das Erwerbsleben betreffen, nehmen zu. HIV-positive Menschen laufen Gefahr, dass ihr Arbeitsverhältnis gekündigt wird oder dass sie von Kolleginnen oder Kollegen gemobbt werden, wenn ihre HIV-Infektion bekannt wird. Ebenfalls treten Probleme mit dem Versicherungsschutz im Krankheitsfall auf: HIV-positive Menschen haben kaum Chancen, eine Einzeltaggeldversicherung abzuschliessen.
Rechtsschutz ungenügend
Um Diskriminierungen wirksam zu bekämpfen, reicht der Rechtsschutz in der Schweiz nicht aus. Eine missbräuchliche Kündigung kann kaum bewiesen werden: Es steht Aussage gegen Aussage. Die Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes nach Vorbild der EU-Länder würde Abhilfe schaffen. Insbesondere die Umkehrung der Beweislast ist zentral: Arbeitgebende sollten nachweisen müssen, dass sie nicht diskriminierend gehandelt haben.
Die Aids-Hilfe Schweiz bekämpft Diskriminierungen auf verschiedenen Ebenen. Sie interveniert im Einzelfall, sofern der Betroffene es wünscht. Weiter informiert und sensibilisiert sie Arbeitgebende über die Plattform www.workpositive.ch für das Thema. Sie unterstützt diese dabei, ein Reglement zu HIV am Arbeitsplatz im Betrieb einzuführen, das Diskriminierungen verhindern hilft. Die kostenlose Rechtsberatung steht Arbeitgebenden für Fragen im Zusammenhang mit HIV zur Verfügung. Mit ihren Kampagnen informiert sie die Öffentlichkeit über die nach wie vor bestehende Diskriminierung von HIV-positiven Menschen.
| Meldestelle für Diskriminierungen Die Aids-Hilfe Schweiz ist die eidgenössische Meldestelle für Diskriminierungen im HIV/Aids-Bereich. Sie sammelt die ihr bekannten Fälle und leitet diese zwei Mal jährlich an die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen weiter. Sie interveniert bei Fällen von Diskriminierungen, berät HIV-positive Menschen in Rechtsfällen kostenlos und setzt sich dafür ein, dass politische, gesellschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Diskriminierungen verhindern. |
Gegen Diskriminierung im Arbeitsleben
Heute startet die Aids-Hilfe Schweiz ihre Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2011
Zürich, 14. November 2011. Die bewährte Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz mit prominenten Schweizer Persönlichkeiten geht in die nächste Runde. Dieses Jahr mit einem neuen Schwerpunkt: HIV und Arbeit. Neu konnte Tally Elfassi-Weijl, Gründerin und Inhaberin des Schweizer Fashionlabels TALLY WEiJL, für die Kampagne gewonnen werden.
„Gegen Diskriminierung im Arbeitsleben“ lautet das Motto der diesjährigen Kampagne. Neu konnte Tally Elfassi-Weijl, Inhaberin und Gründerin des Fashionlabels TALLY WEiJL mit 3000 Mitarbeitenden, als Testimonial gewonnen werden. Mit ihrer Aussage: „Totally tally ist, wenn HIV-positive Menschen gleiche Chancen haben“, spricht sie sich gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen am Arbeitsplatz aus. Wie in den vergangenen Jahren werden zudem Rapper Stress, der Zürcher Sänger Michael von der Heide und das Tessiner Model Xenia Tchoumitcheva den Betrachter mit einer persönlichen Aussage zu HIV konfrontieren.

70 Prozent der HIV-positiven Menschen arbeiten
25'000 Menschen in der Schweiz leben mit HIV. 70 Prozent der HIV-positiven Menschen in der Schweiz arbeiten. Zwei Drittel davon Vollzeit. Dank der in den letzten Jahren stark verbesserten Therapien ist die Mehrheit der HIV-positiven Menschen arbeitsfähig. Doch eine Normalisierung ist in weiter Ferne: Unrechtmässige Kündigungen, Mobbing durch Vorgesetzte oder Kollegen, mangelnde Versicherungsleistungen und Datenschutzverletzungen sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Im Vorfeld des Welt-Aids-Tages vom 1. Dezember 2011 will die Aids-Hilfe Schweiz mit ihrer Kampagne auf die Situation von HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben aufmerksam machen und die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisieren.
Workplace-Policy verhindert Diskriminierungen
Als weiteren Teil der Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Schweiz hat das Unternehmen TALLY WEiJL sein bestehendes Arbeitsplatzreglement angepasst und um HIV erweitert. Das Reglement wird weltweit umgesetzt. „Durch die Anpassung unseres Arbeitsplatzreglements können wir ganz konkret etwas unternehmen und Diskriminierungen wegen HIV in unserem Unternehmen verhindern“, erklärt Tally Elfassi-Weijl das Engagement.
Mit einer Workplace Policy zu HIV verpflichtet sich ein Unternehmen beispielsweise, im Bewerbungsverfahren den HIV-Status nicht abzufragen, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und seine Angestellten vor diskriminierenden Handlungen zu schützen.
Die Welt-Aids-Tag-Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz ist ab sofort auf Plakaten in der ganzen Schweiz, in öffentlichen Verkehrsmitteln in einigen Städten und als Spots im Fernsehen zu sehen.
Weitere Informationen:
Bettina Maeschli
Leiterin Kommunikation
Tel. 044 447 11 21
mobile 079 357 60 20
Download Kampagnensujets:
Plakate hoch | PDF 9MB
Plakate quer | PDF 4MB
Dossier "Gegen Diskriminierung im Arbeitsleben"
Veranstaltungskalender Welt-Aids-Tag
Eidgenössische Wahlen 2011: Umfrage der Aids-Hilfe Schweiz
Antidiskriminierungsgesetz findet bei National- und Ständeratskandidatinnen und -kandidaten Unterstützung
Zürich, 7. Oktober 2011. Die Aids-Hilfe Schweiz (AHS) hat eine Umfrage zu Themen rund um die HIV/Aidspolitik in der Schweiz unter den deutschsprachigen Kandidatinnen und Kandidaten für die kommenden National- und Ständeratswahlen durchgeführt. Insbesondere die Forderung nach einem Antidiskriminierungsgesetz findet breite Unterstützung. Die Aids-Hilfe Schweiz fühlt sich in ihrem Einsatz für ein solches Gesetz bestätigt.
Die Aids-Hilfe Schweiz hat im September eine Umfrage unter den deutschsprachigen Kandidatinnen und Kandidaten für die kommenden National- und Ständeratswahlen durchgeführt. Ziel dieser Umfrage war es, herauszufinden, welche Politikerinnen und Politiker die Anliegen der Aids-Hilfe Schweiz unterstützen. Der Fragebogen basierte auf einer Aktion des AHS-Mitglieds Groupe Sida Genève (GSG), die die Umfrage in den französischsprachigen Kantonen durchgeführt hat. Ihre Ergebnisse können auf dieser Website abgerufen werden:
http://www.groupesida.ch/federales2011.
Die Fragebogen wurden elektronisch an alle kantonalen Parteisekretariate verschickt. Insgesamt haben 182 Personen geantwortet. Der Rücklauf der Fragebogen war unterschiedlich; so verzeichneten wir von Parteimitgliedern der Grünen, der SP und der EVP die meisten Antworten; von der BDP, FDP und Alternativen die wenigsten (AL 3, BDP 2, CVP 11, EDU 4, EVP 29, FDP 2, GLP 13, Grüne 60, Piratenpartei 1, SP 42, SVP 15).
Insgesamt sprachen sich 130 Personen dafür aus, dass die Schweiz ein Bundesgesetz zum Verbot von Diskriminierungen erlassen sollte, 46 der Kandidaten waren gegen ein solches Gesetz. Dabei ist beachtlich, dass die Stimmen für ein Antidiskriminierungsgesetz nicht nur von linker Seite kommen, sondern auch von BDP, CVP, GLP und EVP. Die Aids-Hilfe Schweiz fühlt sich in ihrem Anliegen bestätigt und wird weiter dafür kämpfen, dass HIV-positive Menschen durch das Gesetz besser geschützt werden.
Die weiteren Kernthemen der Aids-Hilfe Schweiz wurden unterschiedlich aufgenommen. Bei der Frage, ob Menschen mit HIV von Privatversicherungen ausgeschlossen werden dürfen, waren die Meinungen geteilt. Auch die Strafbarkeit der HIV-Übertragung war umstritten. Aus Sicht der Aids-Hilfe Schweiz erfreulich ist, dass die Abschiebung von HIV-positiven Ausländerinnen und Ausländern in ein Herkunftsland, wo HIV-Therapien nicht verfügbar sind, von der grossen Mehrheit der Kandidatinnen und Kandidaten abgelehnt wird.
Auswertung (PDF)
Kontakt:
Bettina Maeschli
Leiterin Kommunikation
Aids-Hilfe Schweiz
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Stop Syphilis – Gratis-Tests für schwule Männer
Zürich, 28. September 2011. Die Syphilisfälle in der Schweiz nehmen seit einigen Jahren wieder stark zu. Besonders betroffen davon sind Männer, die Sex mit Männern haben. Deshalb startet die Aids-Hilfe Schweiz eine Gratis-Syphilis-Testaktion im Oktober.

Die Syphilis wird beim ungeschützten Sex leicht übertragen. Die Benutzung eines Kondoms verringert das Risiko einer Ansteckung. Doch die Safer Sex-Regeln schützen nicht vollständig gegen Syphilis: So kann der Erreger beispielsweise beim Oralsex übertragen werden. Da eine Syphilis zu Beginn kaum Beschwerden verursacht, wird eine Ansteckung oft spät entdeckt. Erste Symptome wie schmerzlose Geschwüre an den Eintrittsorten des Erregers verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Betroffene geben daher die Syphilis unwissentlich weiter und gehen erst spät zum Arzt.
Die Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz setzt hier an. Sie will die besonders stark betroffene Gruppe der schwulen Männer auf die Infektion und ihre Gefahren aufmerksam machen. „Das Ziel ist, die Männer zu regelmässigen Tests zu motivieren, damit die Syphilis erkannt, behandelt und damit nicht weitergegeben wird.“ erklärt Marco Müller, Kampagnenverantwortlicher bei der Aids-Hilfe Schweiz.
Am 1. Oktober startet die Kampagne. Die Aktion wird mit Flyern und Plakaten sowie dem Verteilen von Gutscheinen für die Tests an Veranstaltungen, in Bars und Lokalen mit hauptsächlich schwulem Publikum bekannt gemacht. Die Gutscheine können bis 18. November 2011 an einer der Teststellen eingelöst werden, die auf www.gay-box.ch verzeichnet sind. Unter dieser Internetadresse stehen auch Gutscheine für die Tests zum Download bereit.
Die Kampagne wird unterstützt vom Bundesamt für Gesundheit und von der Vereinigung der Gay-Betriebe (VEGAS). Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Bern, der Aids-Hilfe beider Basel sowie den Checkpoints in Zürich und Genf entwickelt.
Weitere Informationen:
www.gay-box.ch
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Du-bist-du.ch: Von Jungs für Jungs
Aids-Hilfe Schweiz lanciert Beratungsplattform für Coming-out-HilfeZürich, 21. September 2011. Du-bist-du.ch - so heisst eine Beratungsplattform im Internet, auf welcher junge schwule und bisexuelle Männer anderen jungen Männern Coming-out-Hilfe anbieten. Denn: Sind schwule Männer mit sich im Reinen, schauen sie zu sich und schützen sich eher vor HIV. Getragen wird das Projekt von der Aids-Hilfe Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Checkpoint Zürich.
Du-bist-du.ch ist die neue Coming-out-Plattform der Aids-Hilfe Schweiz. Ein Beraterteam von schwulen und bisexuellen Männern im Alter von 19 – 24 Jahren aus der ganzen Deutschschweiz steht ab sofort für die Fragen von Gleichaltrigen zur Verfügung. Unterstützt und ausgebildet wird das junge Team von Beratungsfachleuten. Die Fragen können anonym und online gestellt werden. Auch das Gespräch bei einem persönlichen Treffen ist ein wichtiger Bestandteil des Angebots.
Viele junge schwule Männer fürchten es, ihrer Umgebung von ihrer sexuellen Orientierung zu erzählen. Homophobe Sprüche auf dem Pausenhof, Eltern, die mit Unverständnis reagieren, Freunde, die sich zurückziehen – solche Erfahrungen sind auch heute noch für junge Schwule alltäglich. Diese Zurückweisungen haben aber Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und sind mit ein Grund, warum die HIV-Ansteckungszahlen bei Männern, die Sex mit Männern haben, in der Schweiz hoch sind.
Mit du-bist-du.ch will die Aids-Hilfe Schweiz dazu beitragen, jungen Schwulen ein gutes Coming-out zu ermöglichen. „Denn wenn Schwule schlechte Erfahrungen beim Coming-out machen oder ihre Homosexualität gar verstecken, schauen sie nicht auf ihre Gesundheit“, weiss der Präventionsfachmann Marco Müller. „Sie mit Präventionsbotschaften zu erreichen, ist dann fast unmöglich“.
Das junge Beraterteam ist hochmotiviert und freut sich auf die Aufgabe. So zum Beispiel Stefan (24): „Ich möchte anderen jungen Schwulen die Angst vor dem Coming-out nehmen“, sagt der junge Berater. „Auch wenn ich nur einigen helfen kann, hat sich das Projekt für mich bereits gelohnt“.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Checkpoint Zürich entwickelt.
Links:
www.du-bist-du.ch
www.checkpoint-zh.ch
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Arbeitsplatzreglement zu HIV/Aids eingeführt
Johnson & Johnson setzt ein Zeichen gegen DiskriminierungBaar, Zürich, 2. August 2011 - Johnson & Johnson Schweiz führt neu eine HIV Workplace Policy ein. In Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Schweiz hat das Unternehmen ein solches Arbeitsplatzreglement erarbeitet. Es tritt ab sofort in Kraft und hat Gültigkeit für die rund 3‘600 Mitarbeitenden des Unternehmens in der Schweiz.
Ein wichtiges Instrument gegen Diskriminierungen von HIV-positiven Personen am Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatzreglement zu HIV/Aids. Mit Johnson & Johnson hat ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in der Schweiz eine solche Workplace Policy in Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Schweiz entwickelt und eingeführt. Johnson & Johnson schützt mit dieser Massnahme ihre 3‘600 Mitarbeitenden wirksam vor Diskriminierungen und setzt sich für Menschen mit einer chronischen Krankheit ein.
„Wir freuen uns sehr über diesen Entscheid von Johnson & Johnson“, sagt Daniel Bruttin, Geschäftsführer der Aids-Hilfe Schweiz. „Die Firma setzt damit ein Zeichen, dass die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen nicht toleriert wird“. Carine Brouillon Managing Director von Janssen, der Pharma-Division von Johnson & Johnson ergänzt: „Als sozial verantwortlich handelndes Unternehmen war es für uns selbstverständlich, diesem wichtigen Anliegen auch bei uns ein grösseres Bewusstsein zu verschaffen“.
Dank der in den letzten Jahren stark verbesserten Therapien arbeiten heute 70 Prozent der HIV-positiven Menschen. Zwei Drittel der HIV-positiven Erwerbstätigen bekleiden Vollzeitstellen. Doch eine Normalisierung ist in weiter Ferne: Unrechtmässige Kündigungen, Mobbing durch Vorgesetzte oder Kollegen, mangelnde Versicherungsleistungen und Datenschutzverletzungen sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Mit einer Workplace Policy verpflichtet sich ein Unternehmen beispielsweise, im Bewerbungsverfahren den HIV-Status nicht abzufragen, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und seine Angestellten vor diskriminierenden Handlungen zu schützen.
Ein weiter wichtiger Schritt im Diskriminierungsschutz wäre ein Antidiskriminierungsgesetz, wie es in vielen europäischen Ländern vorhanden ist. „Wir erleben immer wieder, dass die Rechtslage in der Schweiz HIV-positive Menschen daran hindert, ihr Recht einzufordern“, sagt Aids-Hilfe-Juristin Caroline Suter. „Die Umkehr der Beweislast, also dass der Arbeitgeber zeigen müsste, dass er nicht missbräuchlich gehandelt hat, wäre ein grosser Schritt.“
www.workpositive.ch
Leitfaden zur Erstellung HIV Workplace Policy
Musterreglement zum Diskriminierungsschutz am Arbeitsplatz
Kontakte:
Bettina Maeschli
Leiterin Kommunikation
Aids-Hilfe Schweiz
Tel +41 44 447 11 21
Mobil +41 79 357 60 20
Thomas Moser
Head of Communication
Johnson & Johnson Campus Switzerland
Tel +41 52 630 88 44
Mobil +41 79 205 55 35
Aktuelle Diskriminierungsmeldung der Aids-Hilfe Schweiz
Diskriminierungen von HIV-positiven Menschen sind am Arbeitsplatz besonders häufig
Zürich, 6. Juli 2011. HIV-positive Menschen werden diskriminiert, besonders häufig am Arbeitsplatz. Dies zeigt die aktuelle Diskriminierungsmeldung der Aids-Hilfe Schweiz. Ein Antidiskriminierungsgesetz könnte Abhilfe schaffen.
HIV/Aids ist heute eine chronische Krankheit. Dank der in den letzten Jahren stark verbesserten Therapien arbeiten heute 70% der HIV-positiven Menschen. Zwei Drittel der HIV-positiven Erwerbstätigen bekleiden eine 100-%-Stelle. Ist also alles gut?
Bei weitem nicht. Das zeigt die aktuelle Diskriminierungsmeldung der Aids-Hilfe Schweiz. Diskriminierungen und Datenschutzverletzungen von HIV-positiven Menschen am Arbeitsplatz sind besonders häufig.
Da ist der Fall von Marianne B. (Name geändert). Ihr wurde ihre Arbeitsstelle gekündigt, kurz nachdem ihr Chef von ihrer HIV-Infektion erfahren hat. Die Kündigung war klar missbräuchlich. Aufgrund der traumatischen Erfahrung hat Marianne B. die Arbeitsstelle verlassen und die Diskriminierung später gemeldet, aber von einer Klage abgesehen. Dank der Intervention der Aids-Hilfe Schweiz hat die Firma der Frau zumindest eine Abfindung bezahlt.
Ein Antidiskriminierungsgesetz, wie es in vielen europäischen Ländern vorhanden ist, würde die rechtliche Situation für HIV-positiven Menschen entscheidend verbessern. „Wir erleben immer wieder, dass die Rechtslage in der Schweiz HIV-positive Menschen daran hindert, ihr Recht einzufordern“, sagt Aids-Hilfe-Juristin Caroline Suter. „Die Umkehr der Beweislast, also dass der Arbeitgeber zeigen müsste, dass er nicht missbräuchlich gehandelt hat, wäre ein grosser Schritt.“
Die Aids-Hilfe Schweiz ist die eidgenössische Meldestelle für Diskriminierungen im HIV/Aids-Bereich und meldet die ihr bekannten Fälle zwei Mal jährlich der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen. Sie interveniert bei Fällen von Diskriminierungen, berät HIV-positive Menschen in Rechtsfällen kostenlos und setzt sich dafür ein, dass politische, gesellschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Diskriminierungen verhindern.
Diskriminierungsfälle in der Schweiz
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Aids-Hilfe Schweiz: Neuausrichtung des Verbandes und Veränderungen in der strategischen Führung
Zürich, 28. Mai 2011. An der heutigen Generalversammlung (GV) der Aids-Hilfe Schweiz wurde Hansruedi Völkle als Präsident verabschiedet. Nach neun Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Vorstand der Aids-Hilfe Schweiz trat Völkle aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Die Aids-Hilfe Schweiz wird in Zukunft ihre Präventionsarbeit noch stärker auf die Gruppen ausrichten, die besonders von HIV betroffen sind. Weiter konzentriert sie sich auf ihre bestehenden Dienstleistungen für HIV-positive Menschen.
An der heutigen GV wurde Hansruedi Völkle, der Präsident der Aids-Hilfe Schweiz, verabschiedet. Nach über neun Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Vorstandsmitglied, Vizepräsident und Präsident der Aids-Hilfe Schweiz zieht er sich aus Altersgründen zurück. Völkle hat sich während seiner Amtszeit mit viel Herzblut für die Aids-Hilfe Schweiz engagiert. Die GV spricht Hansruedi Völkle für die geleistete Arbeit grossen Dank aus.
HIV hat sich in den letzten Jahren dank medizinischer Fortschritte zu einer chronischen Krankheit entwickelt. Gleichzeitig wird immer noch in der Schweiz täglich bei zwei Menschen die Diagnose „HIV-positiv“ gestellt. 2010 wurde über die Hälfte dieser Ansteckungen mit HIV bei Männern, die Sex mit Männern haben, diagnostiziert.
Deshalb wird die Aids-Hilfe Schweiz dort Schwerpunkte legen, wo das Problem besonders dringend ist: Bei Bevölkerungsgruppen, bei denen das HI-Virus und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) besonders verbreitet sind und in der Unterstützung von HIV-positiven Menschen.
Diese Konzentration erfolgt im Zuge der Umsetzung des neuen Programms für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen 2011-17 (NPHS), das vom Bundesrat am 1. Dezember 2010 verabschiedet wurde.
Die Neuausrichtung der Aids-Hilfe Schweiz verlangt ein Überdenken der Verbandsstrukturen und der strategischen Führung. Ein Interimsvorstand unter der Leitung der bisherigen Vize-Präsidentin Sibylle Nideröst wurde an dieser GV gewählt, der den Prozess der Neuausrichtung der AHS führen soll. Er wird bis zu einer ausserordentlichen GV Ende Jahr die Geschäfte führen, die Reorganisation leiten und einen zukünftigen, verschlankten und neu ausgerichteten Vorstand und den neuen Präsidenten/die neue Präsidentin vorschlagen.
Weitere Informationen
Sibylle Nideröst, Präsidentin, Tel: 079 287 65 38
Schlechte Noten im Diskriminierungsschutz für die Schweiz
Zürich, 5. April 2011. Die Schweiz schneidet im Diskriminierungsschutz international schlecht ab. Dies bestätigt eine neue Studie. Betroffen von diesem fehlenden Diskriminierungsschutz sind insbesondere HIV-positive Menschen. Die Aids-Hilfe Schweiz fordert eine Verbesserung der Rechtssituation zugunsten von Menschen mit HIV und anderen Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Die dritte Auflage des Migrant Integration Policy Index (MIPEX III) zeigt: die Schweiz hat beträchtliche Lücken im Diskriminierungsschutz und liegt auf dem zweitletzten Platz von 31 analysierten Ländern, darunter die USA und EU-Länder. Dies berichtet die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus heute in einer Mitteilung.
Die Aids-Hilfe Schweiz prangert den fehlenden Diskriminierungsschutz in der Schweiz schon seit längerem an. Die lückenhafte Gesetzgebung verhindert eine wirksame Bekämpfung von Diskriminierung.
Dass ein Antidiskriminierungsgesetz in der Schweiz fehlt, hat Auswirkung auf Menschen mit chronischen Krankheiten wie zum Beispiel HIV-positive Personen. Insbesondere im Beruf sind HIV-positive Arbeitnehmende in der Schweiz schlecht geschützt. Dank HIV-Therapien sind heute 70% der HIV-positiven Personen erwerbstätig und gehen einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung nach. Trotz verbessertem Gesundheitszustand erfahren Menschen mit HIV täglich Diskriminierung am Arbeitsplatz. So trägt ein Stellenbewerber, der aufgrund seiner HIV-Infektion die Stelle nicht erhalten hat oder die Arbeitnehmerin, der aufgrund von HIV gekündigt wurde, die Beweislast der Diskriminierung. Die meisten Klagen haben kaum Aussicht auf Erfolg, da der Beweis jeweils nur schwer zu erbringen ist. Weitere Mängel gibt es im Bereich des Kündigungsschutzes während der Probezeit, bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit und bei der Aufnahme von HIV-positiven Menschen in Versicherungen.
Eine Nationalfondsstudie aus dem Jahr 2003 hat die Mängel im schweizerischen Recht aufgezeigt und festgestellt, dass die Schweiz im Diskriminierungsschutz der EU und anderen Staaten hinterher hinkt. Die Autoren der Studie forderten eine Schliessung der Lücke für chronisch kranke Menschen. Mehrere Vorstösse im Parlament für die Verbesserung des Diskriminierungsschutzes sind bis heute gescheitert. Die Aids-Hilfe Schweiz handelt und wird Politiker/-innen beider Räte auffordern, umgehend entsprechende Schritte einzuleiten, um die Gesetzeslücken für chronisch kranke Menschen zu schliessen.
Mitteilung der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus.
Studie „Recht gegen HIV-Diskriminierung im Arbeitsverhältnis“ Bern 2007.
Weitere Informationen:
Bettina Maeschli, Mediensprecherin, Aids-Hilfe Schweiz, Tel. 079 357 60 20
„Hey Jungs!“: Was Jungs schon immer wissen wollten
25. März 2011. „Hey Jungs!“ heisst eine neue Broschüre, herausgegeben von der Aids-Hilfe Schweiz, PLANeS und dem Bundesamt für Gesundheit. Die leicht verständliche Publikation richtet sich an männliche Jugendliche von 12 bis 17 Jahren und klärt zu Fragen rund um HIV/Aids sowie weiteren sexuell übertragbaren Infektionen auf. „Hey Jungs!“ ist ab sofort gratis erhältlich.

Nach „Hey Girls!“, der erfolgreichen Broschüre für Mädchen, erhalten nun auch die Jungen einen aktuellen Begleiter auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten, verantwortungsvollen und lustvollen Sexualität. Altersgerecht und leicht verständlich klärt „Hey Jungs!“ die jungen Männer über Risiken rund um Geschlechtskrankheiten und HIV/Aids auf. Aber nicht nur – die Broschüre deckt weit mehr ab: Sexuelle Orientierung, Verhütung, Liebe und Beziehung werden ebenso thematisiert wie Zwangsheirat, Pornografie, Aggression oder Facebook. Die magazinartige Gestaltung und die klare Gliederung nach Themen erlauben es, jederzeit in den Text einzusteigen. Nützliche Adressen und Internetlinks runden die informative Broschüre ab. Sie ersetzt die gleichnamige Broschüre aus dem Jahr 2004.
Realisiert wurde die Broschüre mit der freundlichen Unterstützung der Sponsoren:
Accentus-Stiftung, Ernst Göhner Stiftung und Migros Kulturprozent.
„Hey Jungs!“, A4, 44 Seiten, 4-farbig, gratis.
Bestellungen unter www.shop.aids.ch.
Download PDF Hey Jungs
Download Cover
„Hey Girls!“, die Broschüre für Mädchen, ist ebenfalls über diesen Kontakt erhältlich.
Weitere Informationen:
Bettina Maeschli, Mediensprecherin, Aids-Hilfe Schweiz, Tel. 079 357 60 20
Fausta Borsani, Promotion und Prävention, PLANeS, Tel. 079 255 61 77

LOVE LIFE-Kampagne: Wenn's juckt oder brennt, dann bitte zum Arzt
Ab heute präsentiert sich die LOVE LIFE -Kampagne in einer neuen Form. Im Mittelpunkt stehen die sexuell übertragbaren Infektionen (STI), die in die HIV-Prävention integriert wurden. Wenn's juckt oder brennt, dann bitte zum Arzt; dies ist die Hauptbotschaft, die über TV-Spots, Plakate und Internetseiten vermittelt wird. Die Kampagne, die die Öffentlichkeit für die STI sensibilisieren soll, wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), der Stiftung PLANeS und der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) erarbeitet. Sie ist ab heute zu sehen, eine zweite Welle folgt im Herbst.
Die neue LOVE LIFE-Kampagne ist Teil der Umsetzung des neuen Nationalen Programms HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) 2011–2017, das der Bundesrat letztes Jahr verabschiedete und in das neben HIV erstmals auch andere STI integriert wurden. Diese Integration erfolgte hauptsächlich aus zwei Gründen: Zum einen nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen durch STI sowohl in der Schweiz als auch in den übrigen westeuropäischen Ländern zu. Zum anderen beeinflussen die anderen STI die Verbreitung von HIV. Personen mit einer STI sind empfänglicher für HIV, und umgekehrt können HIV-positive Personen, die zusätzlich an einer anderen STI leiden, HIV leichter übertragen. Mehrere europäische Länder haben bereits Strategien zur kombinierten Bekämpfung von HIV und anderen STI entwickelt.
In der Schweiz leben etwa 20 000 Menschen mit HIV und jedes Jahr werden 600 bis 800 Personen positiv auf den Virus getestet. Die anderen STI sind im Zunehmen begriffen. Oft verlaufen sie asymptomatisch, was die Entdeckung erschwert. Zudem sind viele dieser Krankheitserreger relativ leicht übertragbar. Unbehandelt können diese Infektionen schwerwiegende Folgen haben: chronische Erkrankungen, Krebs, Unfruchtbarkeit, Schwangerschaftskomplikationen sowie Schädigungen des Fötus oder Behinderung bei Neugeborenen. Anders gesagt, STI können für Betroffene schwerwiegende Folgen haben und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Die Aufforderung, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, wird in einer ersten Phase wohl zu einem Anstieg der Anzahl diagnostizierter STI führen. Die Zahl der Diagnosen dürfte dank der Behandlung der Patienten und Patientinnen später jedoch zurückgehen. Das Ziel des neuen Programms ist es, die Zahl der Neuinfektionen bis ins Jahr 2017 um 50 Prozent zu senken.
Mit der Integration der anderen STI wurden die bekannten Safer-Sex-Regeln "Beim eindringenden Verkehr immer Präservative verwenden" und "Kein Sperma in den Mund, kein Sperma schlucken, kein Menstruationsblut in den Mund, kein Menstruationsblut schlucken" um eine neue Regel ergänzt: "Bei Jucken, Ausfluss oder Schmerzen im Genitalbereich umgehend zum Arzt". Die Kampagne will zudem infizierte Personen ermutigen, ihre Partner und Partnerinnen zu informieren.
Informationen zur Kampagne und ein Test zu Risikosituationen finden sich auf www.check-your-lovelife.ch.
Auskunft:
HIV-Prävention: Roger Staub, Leiter der Sektion Prävention und Promotion, BAG, Tel. 031 322 95 05 / media@bag.admin.ch
Kampagne: Adrian Kammer, Leiter der Sektion Kamgagnen, BAG, Tel. 031 322 95 05 / media@bag.admin.ch
PLANeS Fausta Borsani, Projektleiterin, 031 311 44 08
Aids-Hilfe Schweiz: Bettina Maeschli, Mediensprecherin, Tel. 044 447 11 21 / 079 357 60 20

Download "Brennt's?" (PDF 359KB)
Download "Juckt's?" (PDF 361KB)
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