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Therapietreue

Therapietreue meint, dass die Medikamente regelmässig nach den ärztlichen Vorschriften eingenommen werden müssen. Gerade bei einer antiretroviralen Therapie (ART) gegen HIV ist es wichtig, die Medikamente immer korrekt einzunehmen: die richtige Dosis zur richtigen Zeit auf die richtige Art und Weise. Das tönt einfach - ist es aber nicht.

Medikamente werden als Pillen oder flüssig eingenommen, mit einer Mahlzeit oder auf leeren Magen. Zudem sind die Zeitabstände zwischen den Einnahmen sehr wichtig. Es ist eine grosse Herausforderung, das alles in den Alltag einzubauen.
   

Warum ist Therapietreue so wichtig?

Um zu verhindern, dass sich HIV vermehrt, muss immer eine bestimmte Menge HIV-Medikamente im Blut sein. Geht öfter eine Medikamentendosis vergessen, wird diese Menge zu klein. Das Virus kann sich in diesem Fall so verändern, dass das Medikament nicht mehr wirkt. Dann wird von einer Resistenz gesprochen. Eine Resistenz betrifft meistens nicht nur ein Medikament, sondern alle, die auf eine ähnliche Art und Weise wirken (siehe HIV-Medikamente). Das engt die Behandlungsmöglichkeiten für eine HIV-Infektion stark ein.

Nicht nur ein Mangel an Medikamenten ist gefährlich, sondern auch ein Übermass. Wird von einem Medikament zu viel eingenommen, erhöht sich das Risiko auf Nebenwirkungen.

Wie kann eine gute Therapietreue erreicht werden?

Es gibt viele Hilfsmittel und Tricks für eine gute Therapietreue. Zum Beispiel können einige Uhren und Handys so programmiert werden, dass sie immer zur richtigen Zeit ein Signal geben. Es ist auch sinnvoll, an mehreren Orten Medikamente zu deponieren (zu Hause, am Arbeitsplatz, im Auto etc.). So stehen sie immer zu Verfügung. Wichtig ist, dass Ihnen Ihr Arzt / Ihre Ärztin alle Informationen über die Medikamente (wann und wie viel nehmen, in welcher Weise?) schriftlich abgibt.

Wer die vorgesehenen Medikamente nicht richtig einnehmen kann – sei es aus Vergesslichkeit, wegen Nebenwirkungen oder etwas anderem - muss unbedingt seine medizinischen BetreuerInnen darauf ansprechen. Sie können nicht nur weitere Tipps geben, sondern - wenn nötig - auch die individuelle Therapie so verändern, dass sie besser in den Alltag passt.