HIV und Ihre Knochen

HIV and Your Body
Die folgenden Informationen stammen aus dem PatientInnen-Programm «HIV and Your Body», das von GILEAD initiiert wurde. Die Aids-Hilfe Schweiz veröffentlicht diese Materialien auf ihrer Website, weil sie von deren Qualität überzeugt ist. Es handelt sich dabei aber um keine von der Aids-Hilfe Schweiz mit produzierten Materialien.
Weitere ausführliche Informationen:
HIV und Ihre Knochen

Warum sollte ich über meine Knochen Bescheid wissen?
Menschen mit HIV haben ein höheres Risiko Knochenkrankheiten zu entwickeln. Da die Lebenserwartung von Menschen mit einer HIV-Infektion mit Hilfe der Therapie ständig steigt, kann dieses Risiko generell noch zunehmen. Denn während man älter wird:- kann sich der Knochenaufbau verschlechtern
- können die Gelenke steif werden
- können Schmerzen auftreten
- kann sich die Anfälligkeit für Knochenbrüche erhöhen
Manchmal beruhigt es zu wissen, dass die Knochen gesund sind. Ihr Arzt / Ihre Ärztin kann Ihnen Ratschläge geben, wie Sie Ihre Knochen gesund halten können. Sollten Ihre Knochen nicht mehr so stabil sein, ist es besser früh darüber Bescheid zu wissen, um rechtzeitig etwas dagegen unternehmen zu können.
Wie kann ich Knochenprobleme vermeiden?
Eine gute Ernährung kann hilfreich sein. Der Kern der Knochen (Hydroxylapatit) besteht aus Kalzium- und Phosphatsalzen. Deshalb ist es wichtig diese Salze durch die Nahrung zu sich zu nehmen. Kalzium ist in Milchprodukten und einigen Gemüsen (z. B. Broccoli) enthalten. Wenn Sie eine Unverträglichkeit gegen Milchprodukte haben, können Sie Kalzium in Form von Sojamilch oder anderen Sojaprodukten zu sich nehmen.
Wenn Sie Kalziumpräparate einnehmen, brauchen Sie viel Vitamin D, damit Ihr Körper das Kalzium aufnehmen kann. Einige Kalziumpräparate enthalten bereits Vitamin D. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Dosis nicht, und sprechen Sie mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, bevor Sie diese Präparate einnehmen.
Phosphor befindet sich in Milchprodukten sowie Bohnen (Gemüsebohnen und schwarze Bohnen), Erdnüssen und Erdnussbutter. Es ist auch in Form von Multivitamintabletten erhältlich. Sprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, bevor Sie diese Präparate einnehmen.
Bewegung kann dabei helfen Ihre Knochen zu kräftigen, also die Knochenmasse zu erhalten und die Knochendichte zu erhöhen. Sportarten, die sich gut für die Gesundheit der Knochen eignen, sind Krafttraining, Spazieren, Klettern und Aerobic.
Idealerweise sollten Sie sich fünf Mal pro Woche 30-40 Minuten körperlich betätigen. Fragen Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin um Rat: Er bzw. sie kann Sie an weitere SpezialistInnen verweisen oder Übungen empfehlen.
Welche Risikofaktoren für Knochenkrankheiten gibt es?
Das Leben mit HIV erhöht Ihr Risiko, eine Reihe von Knochenerkrankungen zu bekommen. Einige Risikofaktoren für Knochenerkrankungen können Sie nicht beeinflussen, zum Beispiel:
- Geschlecht – Frauen sind stärker gefährdet als Männer
- Alter – je älter Sie sind, desto größer ist das Risiko
- Ethnische Herkunft – Weiße haben ein höheres Risiko als Menschen afrikanischer oder südasiatischer Herkunft
- Familiengeschichte mit Knochenerkrankungen
- Menopause
Das Risiko erhöht sich ebenfalls durch einige Medikamente, die zur Behandlung der HIV-Infektion verwendet werden, durch das Trinken von großen Mengen von Alkohol oder Kaffee und durch ein geringes Körpergewicht.
Welche Arten von Knochenkrankheiten gibt es?
Es gibt hauptsächlich drei verschiedene Arten von Knochenkrankheiten, an denen Sie leiden können:
- Osteoporose: Knochenmasse und -dichte gehen verloren, so dass die Knochen schwach werden und leicht brechen können
- Osteomalazie: Eine Entmineralisierung des Knochens führt zu einer weichen Knochenstruktur, hauptsächlich aufgrund von Vitamin D-Mangel
- Osteonekrose (avaskuläre Nekrose): Absterben der Knochen durch mangelnde Blutversorgung (in der Regel Beschädigung der Blutgefäße in diesem Bereich des Knochens)
Wie wird eine Knochenkrankheit festgestellt?
Die beste Methode bietet ein DEXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie)-Scan. Bei diesem Verfahren werden die Knochen gescannt, und es wird festgestellt, ob Ihre Knochenmasse der durchschnittlichen Knochenmasse für eine Person Ihres Alters und Geschlechts entspricht. Eine weitere Option besteht in einer CT-basierten Knochendichtemessung.
Osteoporose ist normalerweise nicht auf einem Röntgenbild zu sehen. Nur, wenn bereits mindestens ein Drittel Ihrer Knochenmasse verloren gegangen ist, macht das Röntgenbild die Erkrankung sichtbar. Eine Knochenbiopsie (Entnahme eines kleinen Knochenstücks) kann bei der Diagnose helfen. Dies ist jedoch ein Verfahren, das schmerzhaft sein kann.
Können Knochenkrankheiten behandelt werden?
Ja. Die Behandlung von Osteoporose hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Sie können Kalzium und Vitamin D verschrieben bekommen. Zu weiteren Optionen gehören Medikamente aus der Biphosphonatfamilie sowie Natriumfluorid. Bei Patientinnen nach der Menopause besteht die Möglichkeit einer Östrogenersatztherapie. Bei Männern mit niedrigem Testosteronspiegel kann eine Testosteronersatztherapie hilfreich sein.
Eine avaskuläre Nekrose ist weitaus schwieriger zu behandeln. Wenn Sie an dieser Form der Knochenkrankheit leiden, kann es sein, dass Sie operiert werden müssen, um ein Gelenk zu ersetzen (z. B. Hüfte oder Knie).
Fragen, die Sie Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin stellen sollten:
- Haben Sie meine Knochen untersucht?
- Brauche ich weitere Tests (z. B. einen DEXA-Scan)?
- Wie kann ich meine Knochen stärken?
- Könnte meine derzeitige Behandlung irgendwie verbessert werden?

Weitere Broschüre von "HIV and Your Body":
Ihre körperlichen Untersuchungen" (PDF 558KB)
Anfangsuntersuchungen und regelmäßige Folgeuntersuchungen
Dieses Heft beschreibt eine Reihe von Labortests und klinischen Untersuchungen.




